Der Fall, der fast mit der Tötung eines Hundes endet

Shownotes

In dieser Folge erzählt Rechtsanwältin Gianna Chiappa von einem realen Fall aus ihrer anwaltlichen Praxis: Ein Hund wird nach einem Vorfall als gefährlich eingestuft und seine Einschläferung angeordnet. Der Fall zeigt die praktische Bedeutung der vorrangigen Beurteilungskompetenz der Amtsveterinäre sowie der Anordnung der sofortigen Vollziehung erschreckend anschaulich.

Trotz mehrerer verlorener Eilverfahren kämpften die Halter weiter um das Leben ihres Tieres. Gianna Chiappa zeigt anhand dieses Falls eindrücklich, welche Macht behördliche Entscheidungen haben können und wie viel Zeit, Geld und Durchhaltevermögen nötig sein kann, um am Ende doch noch eine Lösung zu erreichen.

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00:00:01:

00:00:10: In der letzten Episode haben wir über behördliche Anordnungen Die vorrangige Beurteilungskompetenz der Amtsveterinäre und Bedeutung der Anordnung der sofortigen Vollziehung gesprochen.

00:00:22: In der heutigen Folge soll es um einen ganz besonderen Fall gehen, der genau diese drei Themen beinhaltet – und sehr anschaulich zeigt was für ein scharfes Schwert die Behörde mit der Anordnung der sofortgen Vollziehungen in den Händen hält und welche enorme Hürde die vorrangigem Beurteilungskompetenz in der Praxis sein kann!

00:00:42: Und du schilderst uns erst mal den Fall, wie er sich zugetragen hat.

00:00:46: Also ich möchte heute über einen Fall sprechen.

00:00:48: Das ist ein echter Fall aus meiner Tätigkeit der sich auch wirklich so zugetragen hat und zwar war eine Mandantin mit ihrem Hund spazieren.

00:00:56: das war kalt und es war klart und sie ist auf rutschigen Waldboden gestürzt.

00:01:00: und als die da am Boden lag kam dann ein Spaziergänger vorbei und das waren ältere Herr der ihr helfen wollte.

00:01:07: Da ist dann so auf Sie zugegangen Und in dem Moment ist ihr am Boden liegend die Leine von ihrem Hund.

00:01:13: Also der war angeleinzt, sie hatte die Leinen in der Hand aber diese Leine ist ihr dann aus der Hand geklitten und der Hund ist dann einmalig an diesem älteren Herren hochgesprungen Und dadurch, dass der schon älter war und gebrechlich und nicht mehr so gut zu Fuß ist er dann durch dieses Anspringen gestürzt.

00:01:32: Der ist auf sein Gesicht gefallen das ist es auch wirklich böse gefallen hat sich ganz starke Verletzungen im Gesicht zugezogen und Ganz wichtig ist.

00:01:40: aber einen Biss von dem Hund hat es nicht gegeben.

00:01:44: Es war ein reines einmaliges anspringen.

00:01:49: Es ist dann im Nachgang dazu gekommen, dass der Amtsveterinär zu unseren Mandanten nach Hause gekommen ist und den Hund begutachtet hat.

00:01:57: Das Wort begutachtet das möchte ich ganz bewusst in Anführungszeichen setzen weil diese Begutachtung lief nämlich so ab, dass die Amts-Veterinäre in den Zwinger des Hundes gegangen ist und dem Hund ausgemessen hat.

00:02:11: also er hat das Stockmaß von dem Hund genommen den Anführungszeichen Gutachten im Nachgang geschrieben, dass der Hund entweder sediert gewesen sein muss oder das der Hund so schwer verhaltensgestört sein müsste und aus diesem Grund keine Aggression vor Ort gezeigt hatte als er eben in seinen Zwinger gegangen ist.

00:02:31: Und ihn ausgemessen hat.

00:02:34: Im Nachgang kam dann nach dieser Begutachtung ein Bescheid von der Behörde.

00:02:41: In diesen Bescheiden wurde der Hund geltenden Landeshundesgesetz in diesem Bundesland als gefährlicher Hund eingestuft.

00:02:48: Und es wurde eine Haltungsuntersagung für den Hund ausgesprochen, und zwar für diese konkreten Hundehalter – und auch für jedermann!

00:02:57: Es wurde dem Hunderhalter dann aufgegeben, in dem Bescheid seinen Hund binnen einer sehr kurzen Frist selbst alternisieren, also einschläfern zu lassen Und wenn er das nicht binnen dieser Frist machen sollte und der Behörde nachweisen sollte, dann hat die Behörder eben angeordnet dass die Tötung des Hundes durch die Behöre vorgenommen wird.

00:03:15: Der wichtigste Satz in diese Anordnung war eben, die sofortige Vollziehung wird angeordnete.

00:03:20: Da sind wir genau bei dem was wir letzte Woche besprochen haben Was da passieren kann und wie heftig eine solche Anordnung sein kann?

00:03:27: Und der Fall hatte ich, glaube ich sehr lange beschäftigt.

00:03:29: Ja genau mir ist es auch super wichtig dem Fall ne eigene Folge zu widmen aus mehreren Gründen.

00:03:34: zum einen weil der Fall mich und meine Kanzlei wirklich viele, viele Monate ganz intensiv beschäftigt hat.

00:03:41: Ich muss sagen das ist einer der wenigen Fälle den ich auch wirklich emotional mit nach Hause genommen habe und ich hab sowohl den Hund als auch die Halter Das war noch damals mit meiner damaligen Kollegin zusammen persönlich kennengelernt Und die sind mir natürlich auch im Laufe der Zeit, sowohl der Hund als auch die Mandanten unheimlich ans Herz gewachsen.

00:04:00: Zum anderen finde ich verdient der Fall eine eigene Folge weil er einfach unglaublich anschaulich zeigt was es bedeutet wenn die sofortige Vollziehung angeordnet wird und was eben diese vorrängige Beurteilungskompetenz der Amtstierärzte für eine Hürde darstellen kann.

00:04:15: Ich würde das gibt dem allen irgendwie nochmal Ja, es zeigt das einfach sehr deutlich.

00:04:21: Und was das Wichtigste an diesem Fall ist und ich will da nicht schwarz malen oder keine Panik verbreiten aber ganz rein theoretisch hätte dieser Fall nahezu jedem Hunderhalter eines größeren Hundes passieren können.

00:04:35: weil welcher Hundehalter kann schon ausschließen dass wenn ihm so etwas passiert erstürzt er liegt am Boden und es kommt jemand dass ihn die Leine entgleitet und der Hund vielleicht einmal hoch springt?

00:04:45: Ich bin der Meinung das kann nah zu niemand ausschließen.

00:04:49: Das macht es für mich dann so wichtig, eben über diesen Fall zu sprechen.

00:04:54: und warum ist der Fall so anschaulich für die Thematik?

00:04:57: Das will ich vielleicht auch noch kurz sagen weil die Tötung... Die ist ja ein unumkehrbarer Umstand.

00:05:03: das heißt wenn sie einmal vollzogen ist da Da machst du dann nichts mehr.

00:05:07: Ja, das heißt der Ausgang eines Eilverfahrens, der nimmt und sagt man juristisch die Hauptsache vorweg.

00:05:13: Das heißt ein Eil Verfahren geht verloren Ein Gericht entscheidet Die sofortige Vollziehung bleibt bestehen Der Hund wird getötet.

00:05:21: Was möchtest Du da noch mit deinem Hauptsacheverfahren rein?

00:05:24: Gar nichts.

00:05:25: Jetzt ist es durch die Presse gegangen aber ich glaube viele haben es trotzdem vielleicht damals nicht gelesen.

00:05:30: Wie ging denn das Verfahren weiter nachdem dieser Bescheid erlassen wurde?

00:05:34: Also es wurde erst mal Widerspruch eingelegt, und das wurde auch ein Eilverfahren vor dem zuständigen Verwaltungsgericht geführt.

00:05:42: Das Verfahren ging im Eil verfahren in erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht und der zweite Instanz für den Oberverwaltungskericht zu Lasten der Hundehalte aus.

00:05:51: D.h.,

00:05:52: der Bescheid und die sofortige Vollziehung für die Tötung, das blieb erstmal in der Welt.

00:05:58: Und das Hauptargument der Gerichte war eben Gefahrenabwehr weil da ja ein Hund war, von dem potenziell eine Gefahr ausging für die Allgemeinheit und eben die vorrangige Beurteilungskompetenz des Amtstheatres.

00:06:11: Weil der hatte ja den Hund begutachtet in Anführungszeichen.

00:06:16: Und durch die hohe Hürde – ich hatte das an der letzten Folge erklärt, dass man im Alphafahren sowieso durch die somarische Prüfung eine hoher Hürda an das darlegen und beweisen hat – war es damals erst mal nicht möglich, im Alpafahren die Verstellung des Amtstheatses im Alperfahren zu erschüttern?

00:06:32: Es klingt irgendwie jetzt nicht so, als wenn das es

00:06:36: gut

00:06:37: ausgegangen ist.

00:06:38: Nein und ja!

00:06:39: Also vorweg der Hund wurde nicht eingeschlefert.

00:06:42: insofern ist der Fall ich sag mal gut für unsere Mandanten und auch wird den Hund ausgegangen.

00:06:47: aber der Weg dahin ist sehr interessant und man muss letztlich auch sagen dass man nicht alles am Ausgang dieses Verfahrens als Gut bezeichnen kann auch wenn letztlich der Hund nicht getötet wurde.

00:06:59: Okay, der Eilantrag wurde abgelehnt.

00:07:01: wie ging es dann weiter?

00:07:03: Im Verwaltungsrecht ist es so, wenn ein Allverfahren abgeschlossen wurde dann hat man die Möglichkeit ein sogenanntes Wiederaufgreifen des Verfahrens zu beantragen und zwar wenn ein neuer Umstand vorliegt.

00:07:16: Und das haben wir tatsächlich wiederholt gemacht.

00:07:19: also wir haben nachdem das erste Allverfern voll verloren gegangen war haben wir den Hund von einer Hundetrainerin für ich sag mal Problemhunde im Rahmen eines Privatgutachtens durch die Mandanten veranlasst auf eigene Kosten, heißt Privatgutachten beruhtachten lassen.

00:07:35: Und mit diesen Gutachten als neuen Umstand haben wir dann beantragt, die Entscheidungen im Allverfahren abzuändern und zunächst hat das dem Gericht nicht gereicht um die Kompetenz des Amtsveterinärs ausreichend zu erschüttern.

00:07:47: also die haben gesagt ja okay das ist eine Hundetrainerin befasst sich mit Problemhunden.

00:07:53: Aber die Kompetenz dieser Hundetrainerin für Problemhunde, die ist immer noch unter der des Amtstierarztes.

00:07:58: und man muss sich das vorstellen, obwohl diese Begutachtung, die der Amtsterarzt gemacht hat nur ein Ausmessen war und Mutmaßen quasi gelaufen, dass wir ich glaube es war viermalig.

00:08:12: Also ihr habt das mehrmals gemacht, dass wird den Hund begutachten ließen und Ich weiß nicht mehr genau wie oft es war weil der Fall jetzt zurück lag.

00:08:20: Ich glaub's waren vier mal Und haben den von verschiedenen auch wirklich namhaften Sachverständigen begutachten lassen und mit jedem neuen Gutachten Haben wir dann jeweils versucht neues Verfahren anzustrengen und immer diese Entscheidung im Allverfahren abändern zu lassen.

00:08:37: Bei einer der Begutachtung des Bundes waren wir damals auch mit vor Ort und haben die begleitet.

00:08:41: Ich finde das schon verrückt, dass es überhaupt dann so viele Verfahren gibt!

00:08:44: Das waren jetzt ja mehrere Verfahren ne?

00:08:46: Ja auf jeden Fall.

00:08:47: also wenn ich das jetzt im Nachgang rückblickend verkürzt erzähle, dann klingt das relativ sortiert und aufgeräumt aber das war's tatsächlich in dem Moment nicht.

00:08:55: Also die Mandanten haben nämlich entständige Angst gelebt, dass die Behörde den Hund holen kommt um ihn einschläfert.

00:09:04: Das war ja immer ein erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht, wenn das verloren ging in beschwerde Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht ins zweite Instanz.

00:09:12: Und diese Verfahren haben sich auch teilweise überschnitten und die Ereignisse haben sich dann wirklich einfach überschlagen!

00:09:20: Irgendwann zwischen den Eilanträgen hatten wir dann tatsächlich sogar eine Verfassungsbeschwerde an das Bundesverfassungsgericht, nebst Eilandtrag eingereicht.

00:09:28: Und diesen Eilatrag hatten wir damals auch wirklich zugunsten unserer Mandanten entschieden und haben über das Bundes- verfassungs Gericht einen kurzen Stopp erreicht.

00:09:37: Das ist jetzt relativ unjuristisch aber durch den gewonnenen Eilanntrag hat es für Bundesverfestungsgerichts gesagt, stopp!

00:09:44: Hier wird erst mal kein Hund getötet bis wir die Verfassungsbeschwerde entschieden haben.

00:09:50: Und das ist wirklich, also das ist nix was man alltäglich hat so in der anwaltlichen Praxis sag ich mal.

00:09:56: und unsere verfassungs- beschwerde wurde trotz erfolgreichem Eilantrag dann leider nicht zur Entscheidung angenommen.

00:10:03: Die Gründe dafür werden in den Regeln nicht bekannt gegeben.

00:10:06: Das heißt man weiß gar nicht warum eine verfassungsschwerte nicht zur entscheidung angenommen wird.

00:10:10: Da kommt da nur ein Zweizeiler wird nichts zur Entscheidung angenommen.

00:10:13: Aber dieser kurze Stopp vom Bundesverfassungsgericht, der hatte tatsächlich gereicht um in der Sache ein bisschen voranzukommen.

00:10:19: Weil unsere Mandanten die haben in dieser kurzen Zeit die dadurch gewonnen wurde den Hund außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Behörde verbracht und zwar eine Einrichtung ein Stückchen weiter weg ich meine es waren zweieinhalb Stunden oder so und diese Einrichtungen die durfte gefährliche Hunde beherbergen und halten.

00:10:39: Und genau mittlerweile hatten wir dann auch Parallel zu den ganzen Eilanträgen und Eilverfahren eine sogenannte Untätigkeitsklage eingereicht beim Verwaltungsgericht, und zwar in der Hauptsache.

00:10:50: Weil man muss sich vorstellen... Ich hatte ja gesagt es wurde Widerspruch eingelegt gegen den Bescheid was man immer zusätzlich zu den Eil-Verfahren machen muss Und die Behörde hat einfach nicht über diesen Widerspruch entschieden.

00:11:04: Das ist natürlich bei so einer Entscheidung wenn's um Zeit geht richtig, richtig schlimm und misslich in der Praxis.

00:11:11: Und man hat dann im Verwaltungsrecht die Möglichkeit, wenn eine Behörde einen gewissen Zeitraum nicht über deinen Widerspruch entscheidet, dann kannst du ne Untätigkeitsklage einreichen und quasi dieses ... Die Behörden zwingen also sie... Du musst die Entscheidung nicht abwarten!

00:11:26: Wenn Sie einfach nicht entscheiden, kannst du es selber durch diese Untätighetsklage vor Gericht bringen?

00:11:31: Das hab ich in der praxis tatsächlich relativ häufig meint man vielleicht gar nicht Genau, das lief parallel zu dem ganzen Eilverfahren und ich muss sagen.

00:11:42: Ich habe über eine Situation heute muss sich da rückblickend so drüber schmunzeln.

00:11:49: einem Tag in der Kanzlei gesessen und bin selber ans Telefon gegangen.

00:11:53: Heute macht das meine wunderbare Rechtsanwaltsfachangestellte die Martinelle, ihr muss sich an der Stelle mal Danke sagen und mal loben und die unglaublich feiern.

00:12:03: ich bin so froh dass ich sie habe.

00:12:05: aber damals bin ich selber am Telefone gegangen und ich hatte deinen einen Richter vom Oberverwaltungsgericht am Telefon und er sagte zu mir das weiß ich noch wie heute.

00:12:14: Frau Chiapa Ich habe hier schon wieder so einen Antrag von Ihnen liegen wegen dem Hund.

00:12:19: Und das war tatsächlich mit diesem Anruf ist es dann gestartet, dass in der Sache nach so vielen Wochen und Monaten und Anträgen das erste Mal wirklich gesprochen wurde.

00:12:31: Es kam dann nach diesem Gespräch auf zu einem Beschlutz von diesem Oberverwaltungsgericht.

00:12:37: Das war die zweite Instanz.

00:12:38: also das Verwaltungsgericht hatte abgelehnt Und das Oberverwaltungsgericht in zweiter Instanz hat dann der Behörde vorläufig untersagt, eben im Eilverfahren den Hund zu töten und aber nur unter der Voraussetzung dass die Hunderhalter den Hund in dem Tierheim lassen wo sie ihn hingetan hatten.

00:12:54: Also dieses Tierheim was gefährliche Hunde heilen durfte Genau, dann kam es zu dem lang ersehnten Termin vom Verwaltungsgericht im Hauptsacheverfahren.

00:13:05: Also das was ich die letzte Zeit quasi gepredigt habe man möchte einen Stopp haben im Eilverfahren um ins hauptsache Verfahren gehen zu können und da wurde dann tatsächlich auch die letzte Gutachterin also die Gutachterinnen die Sachverständige im Hunde Wesen dieses Letzte Gutachten gemacht hatte von dem Hund.

00:13:23: Die wurde in diesem Termin die war dabei und die würde auch gehört Und wir haben uns dann Hauptsache Verfahren in dem Termin letztlich darauf geeinigt, dass der Hund nochmal begutachtet wird.

00:13:34: Und zwar von einer Gutachterin mit der beide Parteien einverstanden waren also sowohl die Behörde als auch wir und es war halt eben jemand von deren Expertise einfach beide total überzeugt waren.

00:13:46: und letztlich gab's dann einen Gutachten.

00:13:48: das hatte sechzig Seiten und eine Tötung des Hundes war dann zum Glück vom Tisch.

00:13:53: Du hattest gesagt, dass es nicht nur gut ausging und von dem was wir glaube ich gehört haben können.

00:13:59: Wir uns ungefähr vorstellen was dieser Teil ist das es nicht gut ausgegangen ist

00:14:04: Ja also genau das Ergebnis dass der Hund nicht getötet wurde.

00:14:07: Das war natürlich gut Und die Mandanten und auch wir waren unheimlich froh über diesen Ausgang.

00:14:14: Aber man darf nicht vergessen, was dahinter stand.

00:14:17: Zum einen haben die Hundehalter sehr viel Geld ausgeben müssen für verschiedene Gutachter und Anwälte und letztlich auch für die Unterbringung ihres Hundes, die sie freiwillig gemacht haben um ihn zu schützen in dem Moment.

00:14:31: Und zum anderen jetzt mal losgelöst von den ganzen Geld, das da aufgebracht werden musste.

00:14:37: Den Hundehalten wurde unheimlich viel Zeit mit ihrem Hund genommen.

00:14:42: Der Hund war eh schon nicht mehr der Jüngste zu diesem Zeitpunkt und ich muss sagen, ich habe unheimlich den Hut gezogen vor diesen Hunderhaltern.

00:14:49: Wir sind um die Beziehung zu ihrem Hund aufrechtzuerhalten Jedes Wochenende zu dem Gefahren einfache Strecke waren meine ich über zweieinhalb Stunden, haben ihren Zweithund auch immer mitgenommen weil sie eben die Beziehung mit dem Hund nicht beeinträchtigen wollten.

00:15:03: Auch zu ihrem Zweithund und haben das immer alles in Kauf genommen, haben den da selber versorgt.

00:15:08: und diese Zeit in der die Hundehalter da wirklich ihnen Angst gelebt haben.

00:15:13: Die gibt ihnen keiner wieder.

00:15:14: und natürlich auch die Zeit mit dem hund Und es ist so nachdem der Hund dann zurückgegeben wurde hatte leider nicht mehr lange gelebt.

00:15:21: Das war sehr traurig, aber er durfte immerhin seine letzte Zeit im Kreis seiner Familie verbringen und letztlich da dann auch sterben.

00:15:30: Was denkst du?

00:15:30: Was hat diesen Fall letztendlich entschieden?

00:15:34: Ich glaube, da kamen mehrere Sachen zusammen.

00:15:36: Also natürlich war es erst der Linie die Thematik mit den Gutachten, die wir beschafft haben also eben dranbleiben um die Feststellung des Amtsveterinärs doch zu erschüttern weil wir einfach so überzeugt davon waren dass das nicht richtig ist Und meine Einschätzung nach kam aber in der Sache auch noch der Druck der Öffentlichkeit dazu.

00:15:54: Also wir hatten angefangen, über den Fall zu posten und an die Öffentlichkei zu gehen weil wir das Ganze wirklich so ungeheuerlich fanden und ich weiß noch dass die Behörde irgendwann selber an die öffentlichkeit gegangen ist weil die zugeschüttet wurden mit Nachrichten aus der Bevölkerung die da einfach um eine Stellungnahme gesucht hat weil es eben auf größte Empörung gestoßen ist unter den Hunderhaltern was daraus resultiert, wie ich eingangs gesagt hatte.

00:16:22: Das ist ja etwas, das aus dem Leben kommt, was wirklich jedem Hundehalter mit einem größeren Hund theoretisch passieren kann und deswegen sind die Menschen da aktiv geworden und haben die Behörde zur Rede gestellt Und wir hatten mit der Kanzlei tatsächlich auch eine Petition gestartet – eine offizielle – und die hatte über dreihunderttausend Unterschriften.

00:16:39: diese Petition Also der Fall ist wirklich viral gegangen.

00:16:44: Ich kenne sehr viele Hunderhalter, Mandanten die mich heute noch darauf ansprechen.

00:16:48: Und ich erinnere mich auch noch, dass das Gericht in dem Termin von dem ich gerade erzählt hatte unsere Petition kannte, dass der unsere Postkannte, Diskante unserer YouTube-Videos, unsere Facebookbeiträge... Das wurde verfolgt seitens des Gerichts und es hatte der Richter alles auf dem Schirm.

00:17:05: Das Bittewer ist natürlich daran, dass so eine Öffentlichkeit nicht in jedem Fall hergestellt werden kann in dieser Dimension?

00:17:13: Das stimmt.

00:17:13: und so eine Öffentlichkeit, die geht natürlich auch immer.

00:17:16: Also sowas polarisiert natürlich das Fall.

00:17:19: Es gibt auch immer Leute, die da dagegen wettern.

00:17:22: ich kann mal aus dem Nähekästchen plaudern.

00:17:23: Ich wurde zum Beispiel bei der Rechtsanwaltskammer gemeldet wegen diesem Fall Da ist nie was rumgekommen aber da hat sich wohl ein Kollege, eine Kollegin dran gestört dass ich über diesen fall berichtet habe Und mir dadurch viele leute gefolgt sind auf Facebook.

00:17:37: Also der Fall, der hatte so tatsächlich alles die ganze juristische Bandbreite was man sich so vorstellen kann.

00:17:43: und ich weiß nicht das ist wahrscheinlich für heute zu viel.

00:17:46: aber vielleicht ist es auch spannend dass wir in einer der zukünftigen Folgen vielleicht auch mal diese Kostenseite.

00:17:53: Weil ich habe gar keine Vorstellung, was Gutachten kosten, was letztendlich die ganzen Rechtswege nutzen.

00:17:59: und ich glaube es bringt dir ein letzter Konsequenz auch nichts weil selbst wenn du so einen Fall gewinnst wirst du nicht das ganze Geld wieder bekommen.

00:18:07: Ja das können wir gerne machen, also ich bin auch der Meinung dass sich da auf jeden Fall eine eigene Folge zu lohnt.

00:18:12: Das ist ein so wichtiges Thema, das wäre zu schade das so hinten an so ne Folge dran zu hängen sage ich mal aber genau das ist der Punkt und das ist auch der Punkt hier im Verfahren gewesen was die Kosten angeht weil wir haben ja einen Vergleich geschlossen mit diesem Weg nochmal den Hund begutachten zu lassen.

00:18:30: Teil dieses Vergleichs war natürlich, dass die Mandanten nicht alle Kosten wieder bekommen.

00:18:34: Also sie mussten sich entscheiden geht es mir jetzt hier gerade um den Hund?

00:18:37: Ich will eine schnelle Lösung mit diesem Vergleich oder streite ich hier eventuell nach über zwei Instanzen weil's mir um die Kosten geht?

00:18:43: und da haben die Mandantinnen ganz klar entschieden ne wir wollen jetzt das der Hund begutachtet wird weil wir sind so überzeugt davon dass sie ihn dann wiederbekommen und genauso wars auch

00:18:52: in diesem Fall toll dass die mandanten das stemmen konnten was ja auch wahrscheinlich nicht immer geht

00:18:58: Das stimmt, aber das hat die natürlich auch finanziell was ihre Altersvorsorge angeht und so weiter komplett ins Hintertreffen gebracht.

00:19:04: Und auch das ist etwas, dass wird ihnen niemand wiedergeben.

00:19:06: Aber wie gesagt ich habe da unheimlich den Hut vor den Hunderhaltern gezogen und man kann sicherlich sagen nicht jeder Mann hätte so durchgehalten.

00:19:16: Das war Tier im Recht der Podcast mit der Expertin für recht rund ums Tier rechtsanwält in Jana Japa.

00:19:24: Alle Informationen aus diesem Podcast dienen der allgemeinen Information.

00:19:29: Sie stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar und können und sollen

00:19:33: diese auch

00:19:34: nicht ersetzen!

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